Dinner in the Dark - Ein einmaliges Erlebnis

Erlebnisberichte

Begeben Sie sich in die Welt des Unbekannten und genießen Sie ein delikates Gänge-Menü in absoluter Dunkelheit! Setzen Sie Ihre Geschmacksnerven auf die Probe und erschmecken Sie die raffinierten Kreationen auf Ihrem Teller. Erleben Sie wie alltägliche Dinge, wie das Augenlicht, Tischmarnieren oder die Kommunikation mit Ihren Tischnachbarn, plötzlich zu einer Herausforderung werden.

Unser Dinner in the Dark verspricht einen echten Nervenkitzel für all Ihre Sinne. Lassen Sie sich von den Erfahrungen und Erlebnissen unserer Kunden inspirieren!

Das Auge isst im Dunkeln nicht mit

Erfahrungsbericht von Ute Gruber

SULZBACH AN DER MURR. Einladung zum Dinner in the Dark– Die wichtigste Frage für uns als Frau: Was zieh ich an? Dinner im Dunkeln – das kleine Schwarze? Obwohl: die Optik ist in diesem Fall ja zweitrangig. Diese wird erst wieder interessant, wenn man die Dunkelkammer verlässt, denn dann wird auf der Kleidung ersichtlich, was es zu essen gab – Spaß beiseite. Was an diesem Abend ein Spiel ist, ist für viele Menschen harte Realität: Sie müssen sich in ihrer Umwelt ohne das wichtigste Sinnesorgan zurechtfinden: das Auge.

Für drei Stunden taucht man ab in die Welt der Blinden

Vor dem komplett abgedunkelten Nebenzimmer des Sulzbacher Hofs ist eine Art Pavillon aus nachtschwarzem Molton aufgebaut. Hier gibt es von den beiden Mitarbeiterinnen des Veranstalters „Engesser Marketing“ aus Weil der Stadt die obligatorischen, letzten Sicherheitshinweise. Auch für die Servicekräfte ist das Ganze neu – Sie müssen mit den Nachtsichtgeräten der US-Army klarkommen, die sie wie Ferngläser vor den Augen tragen – ein skurriler Anblick in Kombination mit dem eleganten Dirndl.

Kein Candle Light – einfach Nacht

Stockfinster. Die weit aufgerissenen Augen starren in samtiges Schwarz, genauso gut könnte man sie auch zumachen. Jetzt wandern fluoreszierende, grüne Lichtpunkte wie Glühwürmchen durch den Raum – die Irrlichter sind das Nachtsichtgerät der Bedienung: „Ich erkläre Ihnen jetzt, was Sie vor sich haben“, spricht eine freundliche Frauenstimme hinter der rechten Schulter. „Rechts zwei Messer, links zwei Gabeln. Auf zwölf Uhr Dessertlöffel und -gabel. In der Mitte die Serviette.“ Die wird sicherheitshalber als Kleiderschutz auf den Schoß gelegt. Drei Gänge also.


Es wird ein Weizenbier im 0,3-Liter-Glas serviert – zum Selbereinschenken. Flasche am Glas aufsetzen. Aber wann ist das voll?! Einen Finger reinhängen, bis er nass wird, lautet der Blindentrick.

Die Vorspeise kommt, es riecht nach gekochter Paprika. Die Gabel sticht zu, findet aber Blattsalat. Rucola genau genommen, Ackersalat und noch etwas Sperriges. Zwangsläufig nimmt man eine vorgebeugte Haltung ein, um den Weg vom Teller zum Mund zu verkürzen. Nach dem endlosen Kampf mit den Salatblättern hängen gebratene Gemüsescheiben an der Gabel. Es wird geraten: Karotte, Rote Beete, der Paprika und etwas Undefinierbares. Dann gibt die Wirtin die Auflösung: Mediterranes Gemüse an Blattsalat. Auch der Hauptgang erscheint einem als riesige Portion: duftende Schweinelendchen – schwierig, die mundgerechte Portion abzuschneiden, Kartoffelschnitze okay, das Ratatouille scheint auf dem ganzen Teller verteilt worden zu sein. Eine Frau stellt fest: „Mit dem Messer zusammen findet man das einfacher.“

Bis zum Dessert sind die Gäste zu Experten avanciert

Die Herausforderung, neben der Mousse au Chocolat die acht verschiedenen Früchte zu identifizieren, meistert man mit Bravour. „War da au ä Blaubeere dabei? Ha, seh’n dr!“, triumphiert hörbar schwäbisch ein Gast. Die Tischgenossin bestellt mutig einen Espresso: „Oh nein, mit Zuckerstreuer! Haben die keine Sticks?“

Dann wird eine Kerze angezündet und die Gäste blinzeln sich zurück in eine Welt mit Optik und dem Fazit: Der Schaden hat sich in Grenzen gehalten – das Erlebnis genial. „Nächstes Mal für Fortgeschrittene“, schlägt ein großer Blonder vor, „mit Flädlessuppe und Stäbchen“.